





Die Ausbildung auf einen Blick
Die Ausbildung zur Fotografin oder zum Fotografen dauert in der Regel 3 Jahre — je nach Leistung ist eine Verkürzung auf 2,5 oder sogar 2 Jahre möglich. Du lernst im dualen System: ein bis zwei Tage pro Woche Berufsschule, der Rest im Betrieb. Dazu kommen 2 bis 5 Wochen überbetriebliche Lehrgänge, in denen du Einblicke in andere Bereiche und Arbeitsweisen bekommst.
Du lernst Kameratechnik und Lichtsetzung, Bildkomposition und Retusche, Kundenberatung und Projektplanung — und zunehmend auch digitale Medien, KI-gestützte Bildbearbeitung und Video

Was du verdienst
Du verdienst von Tag 1 — keine Schulgebühren, kein Studienkredit. Die Ausbildung ist kostenlos und du bekommst von Anfang an eine monatliche Ausbildungsvergütung. Alle Angaben brutto.
700 – 800 €
Deine Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr. Du arbeitest im Betrieb, lernst das Handwerk von Grund auf — und wirst dafür bezahlt. Zusätzlich kannst du Ausbildungs-BAföG beantragen — unabhängig vom Einkommen deiner Eltern, wird nicht zurückgezahlt.
800 – 900 €
Im zweiten Jahr wächst deine Vergütung mit deinen Fähigkeiten. Du übernimmst mehr Verantwortung, arbeitest an echten Aufträgen und spezialisierst dich auf deinen Schwerpunkt, je nach Betrieb auch schon mit eigenen Kund:innen.
900 – 1.000 €
Im letzten Ausbildungsjahr bist du fast fertig ausgebildet, das spiegelt sich auch in der Vergütung wider. Du arbeitest zunehmend eigenständig, betreust eigene Projekte und bereitest dich auf die Gesellenprüfung vor. Ein echtes Handwerk, das du jetzt wirklich beherrschst.
ab 2.300 €
Dein Einstiegsgehalt nach der Ausbildung als Angestellte:r — mit Luft nach oben. Der Schritt in die Selbstständigkeit bedeutet mehr Freiheit und Einkommen, aber auch mehr Verantwortung und Risiko. Die Bandbreite ist groß: ein kurzes Familien-Shooting kann rund 200 €, eine Produktion für eine Modemarke 6.000 bis 10.000 € einbringen — mit entsprechendem Aufwand und Team dahinter.

Dein Schwerpunkt, deine Wahl
Deine Spezialisierung beginnt schon mit der Wahl deines Ausbildungsbetriebs — ein Hochzeitsfotograf zeigt dir eine andere Welt als ein Studio das auf Produktfotografie spezialisiert ist. Aber keine Sorge: In der Berufsschule und den überbetrieblichen Lehrgängen lernst du auch die Bereiche kennen, die dein Betrieb nicht abdeckt. Und viele Fotograf:innen arbeiten nach der Ausbildung in ganz anderen Bereichen als dem in dem sie ausgebildet wurden — die Ausbildung gibt dir das Handwerk, wohin du damit gehst entscheidest du selbst.
SCHWERPUNKTE

Peoplefotografie
Menschen fotografieren, von Passfotos und Businessporträts über Familienshootings bis zur Hochzeitsreportage und Eventdokumentation. Du lernst wie man mit Menschen arbeitet, Atmosphäre schafft und Emotionen einfängt. Auftraggeber: Privatpersonen, Unternehmen, Agenturen, Veranstalter.

Produktfotografie
Du setzt Objekte und Speisen in Szene, für Online-Shops, Kataloge, Werbung, Restaurantkarten und Social Media. Technische Präzision und ästhetisches Gespür gehen hier Hand in Hand, bei Food kommt noch ein Gespür für Farbe, Textur und Styling dazu. Auftraggeber: Unternehmen, Agenturen, Marken, E-Commerce, Gastronomie, Lebensmittelindustrie.

Architektur- & Industriefotografie
Gebäude, Räume, Maschinen und Produktionsanlagen, du machst gebaute Welten sichtbar. Du lernst mit Perspektive, Licht und Geometrie zu arbeiten. Auftraggeber: Architekturbüros, Bauunternehmen, Industrie, PR-Agenturen.

Editorialfotografie & Bildredaktion
Du produzierst Bilder für Magazin, Reportage und Social Media und lernst als Bildredakteur:in auch, bestehendes Bildmaterial auszuwählen und zu verantworten. Auftraggeber: Verlage, Redaktionen, Agenturen, Content-Teams.

Softwaregestützte Bildgenerierung
CGI, Compositing, KI-gestützte Bildbearbeitung, du erschaffst Bilder die so in der Realität nicht existieren. Ein Bereich der sich gerade grundlegend verändert und enorme Chancen bietet. Auftraggeber: Werbeagenturen, Technologieunternehmen, Modeindustrie.

Analoge Fotografie
Analoge Fotografie ist ein offizieller Ausbildungsschwerpunkt — Betriebe die noch vollständig analog arbeiten sind heute aber selten.Im Schulunterricht und in den überbetrieblichen Lehrgängen bekommst du dennoch einen soliden Einblick in Film, Dunkelkammer und chemische Prozesse. Wer später in die Kunstfotografie geht, wird damit in Berührung kommen — analog erlebt gerade eine echte Renaissance als bewusster Gegenpol zur digitalen Schnelllebigkeit.
Nach der Ausbildung
Mit dem Gesellenbrief hast du einen staatlich anerkannten Abschluss und echte Optionen: angestellt in einem Studio oder einer Agentur, selbstständig auf eigene Rechnung, oder mit der Meisterprüfung als nächstem Schritt. Viele Fotograf:innen arbeiten nach der Ausbildung in Bereichen die sie vorher gar nicht auf dem Schirm hatten — die Ausbildung gibt dir das Handwerk, wohin du damit gehst entscheidest du selbst.
Erfahrungsberichte
Ich habe in einem klassischen Fotostudio gelernt und von Anfang an echte Erfahrungen gemacht — auch wenn es manchmal anstrengend war. Nach der Ausbildung kam noch der Meisterbrief. Heute führe ich mein eigenes Studio in Krefeld, arbeite für internationale Kampagnen wie Disturbia in London und habe meine ganz eigene Nische gefunden: Fotografie die mit Kunst verschmilzt. Kund:innen reisen dafür extra aus Europa und den USA an. Dass das aus einer klassischen Studioausbildung entstehen kann, hätte ich damals nicht gedacht. Vielleicht sehen wir uns ja in den überbetrieblichen Lehrgängen. ✨

Ida von Aves
Fotografenmeisterin, Krefeld
Nach einer chaotischen Ausbildung habe ich gelernt, das, was in meinem Kopf entsteht, technisch in Bilder umzusetzen. Ideen zu haben ist das eine - sie wirklich sichtbar zu machen, das andere. Man erschafft etwas Eigenes, verbindet Kreativität mit Handwerk und erzählt Geschichten. Die Fotografie hat mich mit Menschen zusammengebracht und mich an Orte geführt, mit denen ich nie gerechnet hätte. Und das Chaos hält am Ende alles in Waage.

Marie Brüske
Fotografengesellin, Mülheim an der Ruhr
Gelernt habe ich in einem Industriestudio in Oberhausen, ganz klassisch mit der Fachkamera und auf Film.
Auch wenn ich in der Ausbildung so manches mal geflucht habe, bin ich heute meinem Ausbilder unendlich dankbar
für all die Dinge die er mir mit auf den Weg gegeben hat. Vieles habe ich erst viel später als wichtig erkannt.
Heute betreibe ich ein Fotostudio für Public Relations, Event und Werbefotografie.
Wir arbeiten im großen Team mit vier Gesellinnen und einer Auszubildenden und bei grossen Produktionen
oft mit einer Kombiladung voll Equipment und über mehrere Tage mit Modellen, Visagistin, Agenturen.
Es bleibt spannend!

Andreas Köhring
Fotograf, Mülheim an der Ruhr
Du hast Fragen?
Du überlegst ob eine Ausbildung als Fotografin oder Fotograf das Richtige für dich ist — oder du hast konkrete Fragen zu Betrieben, Bewerbungen oder dem Ablauf? Meld dich einfach. Holger Hahn ist Ausbildungsbeauftragte Person beim Verband der Berufsfotografen Ruhr und hilft gerne weiter — egal ob es um die Ausbildung selbst, mögliche Betriebe in deiner Nähe oder den ersten Schritt geht.
Verband für Berufsfotografie Nordrhein
Kreishandwerkerschaft Essen
Katzenbruchstr. 71
45141 Essen
Ausbildungsbeauftrager Holger Hahn



























